Die Wählenden haben entschieden – ein Beitrag von Martin Wincek, SPD-Stadtverbandsvorsitzender

Liebe Mitmenschen in Bad Salzdetfurth,

Unser Kandidat Christian Wenzel hat einen höchst engagierten Wahlkampf geführt. Mit seiner sympathischen, diplomatischen und kompetenten Art hat er viele Bürgerinnen und Bürger davon überzeugen können, dass er der richtige Bürgermeister für Bad Salzdetfurth wäre. Das zeigt sich auch darin, dass er im ersten Wahlgang am 16. Dezember 2018 mit insgesamt 2.005 Stimmen die größte Zustimmung erhalten hat. Zur Stichwahl konnte Christian mit insgesamt 2.410  Stimmen – trotz einer gesunkenen Wahlbeteiligung und dem Wahlkampf unserer Mitbewerber (dazu unten mehr) – sogar noch mehr Menschen von sich überzeugen. Es ist und bleibt richtig, dass wir als SPD Christian zu unserem Kandidaten gekürt haben. Ich danke ihm daher im Namen des SPD Stadtverbands aber auch ganz persönlich für seinen Einsatz während der Kampagne. Dieser Dank geht ebenso an seine Familie, die ihn wunderbar unterstützt hat, und an das Wahlkampfteam, das sehr motiviert, engagiert und konstruktiv gearbeitet hat. Doch auch denjenigen Genossinnen und Genossen vor Ort, die mit Christian Hausbesuche durchgeführt, Stände besetzt und Gespräche mit Mitmenschen geführt haben – oder ihn auf andere Arten und Weisen unterstützt haben – danke ich dafür.

Doch die Wählenden haben sich anders entschieden. Bereits im ersten Wahlgang haben sich 44,3 % (2.493) der insgesamt 5.630 Wählenden für einen der insgesamt vier parteilosen Kandidaten entschieden. Dazu kamen im zweiten Wahlgang noch Wählende der FDP und CDU, die Wahlempfehlungen für Herrn Gryschka ausgesprochen hatten – bei der CDU mit dem Hinweis verbunden, Herrn Gryschka nicht für kompetent genug für das Bürgermeisteramt zu halten. Das Ergebnis der Stichwahl zugunsten von Herrn Gryschka ist daher für uns als SPD nicht das, welches wir uns erhofft hatten, doch auch nicht vollkommen überraschend.

Ich habe Herrn Gryschka bereits am Abend der Stichwahl im Namen des SPD Stadtverbands gratuliert und wiederhole meine Glückwünsche an dieser Stelle. Das Ergebnis der Wahl kann ich akzeptieren, doch ich halte es für die politische Kultur in Bad Salzdetfurth für bedauerlich, dass ein großer Teil der Unterstützer für Herrn Gryschka mit fragwürdigen Mitteln gearbeitet hat. So wurden im Wahlkampf falsche Behauptungen aufgestellt, anonyme (!) Flugblätter verteilt und Fake News verbreitet, die unseren Kandidaten diskreditieren sollten. Auch ist der neue Bürgermeister während des Wahlkampfs stärker durch Aussagen gegen die Parteien als durch neue Ideen aufgefallen. Obwohl er als „Bürgermeister für alle“ für sich geworben hat, war es ihm wichtiger, eine aktuelle Stimmung der Parteienverdrossenheit für sich zu nutzen. Den Angriff gegen die in Bad Salzdetfurth engagierten Menschen mit Parteibuch hat er dazu in Kauf genommen. Wir dagegen haben mit unserer Kampagne auf Sachlichkeit, Souveränität und gegenseitigen Respekt gesetzt.

Aufgrund dieses Wahlkampfverlaufs ist es umso wichtiger, dass wir als SPD die Rückkehr zu einem sachlichen Ton einfordern und an unser aller Verantwortung für eine konstruktive Politik in unserer Stadt erinnern. Ich habe bereits von Herrn Gryschka das Versprechen für einen Gesprächstermin erhalten, um mit ihm über eine konstruktive Zusammenarbeit zu sprechen. Es muss darum gehen, sachgerechte Lösungen für aktuelle Fragen wie die Strabs, den Hochwasserschutz, den Ausbau unserer Grundschulen zu Ganztagsschulen und mehr zu finden und im Interesse unserer Mitmenschen umzusetzen. Doch mit einer sachlichen Auseinandersetzung allein wird es nicht gehen. Viel wichtiger werden mittlerweile die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in Entscheidungsprozesse und Leidenschaft, wenn wir unsere Positionen vertreten.

Trotz meiner Ausführungen bleibt es beim Ergebnis: Eine Mehrheit der Wählenden in der Stichwahl war nicht – wie zuvor – der Ansicht, dass sie am besten durch einen SPD-Bürgermeister vertreten werden. Über die Gründe dafür wollen wir gemeinsam ausführlich und selbstkritisch auf einer Hauptversammlung sprechen, zu der unseren Mitgliedern demnächst eine Einladung des Stadtverbands erreichen wird. Auf der Hauptversammlung werden wir darüber sprechen, welche Schritte wir alle in Zukunft vor Ort ergreifen, um unsere Mitmenschen als SPD wieder besser zu überzeugen.

Schreibt mir gerne, falls ihr eure eigenen Analysen, Schlussfolgerungen und Ideen mit mir teilen wollt. Dann nehme ich diese in die kommenden Gespräche und in unsere Hauptversammlung mit (martin.wincek@nullspd-badsalzdetfurth.de).

 

Bis demnächst, euer

 

Martin Wincek

Vorsitzender SPD Stadtverband Bad Salzdetfurth